JugendamtsmitarbeiterInnen – Menschliche Willkür oder Versagen von Amtspersonen mit schlimmen Folgen

Kurzmitteilung Gepostet am

jugendamt kinderklau

 

Warum machen viele Betroffene die Erfahrung, dass JugendamtsmitarbeiterInnen die Familie vollkommen falsch darstellen und nachweisbar lügen? – Oft sogar heimlich, hinter dem Rücken der Betroffenen, die davon nur erfahren, wenn sie die Möglichkeit der Akteneinsicht haben (die ziemlich restriktiv ist)?  Warum müssen Eltern erfahren, dass sie nicht gehört werden, ihnen das Wort im Mund umgedreht wird, Belege und Beweise, die sie vorlegen, einfach ignoriert werden?  Warum haben Familien den Eindruck, dass JugendamtsmitarbeiterInnen mit ihrer Amtsmacht oft nur ganz persönliche Interessen und Vorstellungen durchsetzen und sich richtig darin verbeißen, die Eltern-Kind-Beziehung zu zerstören?

Menschen, die (noch) keine solchen Erfahrungen mit dem Jugendamt machen mussten, werden vielleicht fragen:
Warum sollte denn ein/e JugendamtsmitarbeiterIn einer Familie Schaden zufügen wollen?  Welche Gründe oder Motive sollte er/sie denn haben, einer ihm/ihr fremden Familie sowas anzutun?

Im gesamten System Jugendamt wird konsequent und komplett ausgeblendet, dass es auch dort Menschen sind, die handeln und entscheiden. Es sind Menschen, die ihre eigene Geschichte, ihre Bedürfnisse, Interessen und Ideologien mitbringen. Mit der angeblichen „Fachlichkeit“ – sofern vorhanden mit Hinweis auf ein Sozialpädagogik-Studium (FH) – wird der massive Einfluss dieser persönlichen Faktoren kaschiert und geleugnet.

Gehen wir doch mal auf die persönlichen Geschichten ein…
Alle Menschen werden geboren, haben eine mehr oder weniger glückliche Kindheit, werden erwachsen und gestalten beruflich wie privat mehr oder weniger erfolgreich ihr eigenes Leben als Erwachsene. Alle Menschen haben also eigene, ganz persönliche Erfahrungen mit Kindheit, die regelmäßig auch emotional befrachtet sind. Im Arbeitsbereich der Jugendämter sind – wie in keinem anderen – die Beschäftigten immer auch persönlich emotional beteiligt an ihrem beruflichen Tun. Denn die Familiensituationen, mit denen sie in Kontakt kommen, sprechen in ihrer eigenen Psyche auch immer eigene Erfahrungen an – gute wie schlechte.

Stellen Sie sich z.B. ein/e JugendamtsmitarbeiterIn vor, der/die unter einer überdominanten Mutter gelitten hat und vielleicht immer noch leidet, weil er/sie nie den Mut gefunden hat, sich zu wehren. Nun wendet sich eine Mutter an ihn/sie mit der Bitte um Hilfe bei pubertären Konflikten und der/die Jugendliche beschwert sich über zu wenige Freiheiten und zu enge Grenzen der Mutter. Wie objektiv kann diese/r JugendamtsbeamtIn sein? Wie selektiv wird er/sie die Familiensituation wahrnehmen? Wird seine/ihre Interpretation möglicherweise mehr seine/ihre eigene Befindlichkeit widerspiegeln als die der Betroffenen? Welchen missionarischen Eifer wird er/sie entwickeln, um andere Jugendliche vermeintlich vor dem zu bewahren, was er/sie für sich selbst nie lösen konnte?

Stellen Sie sich JugendamtsmitarbeiterInnen vor, die darunter gelitten haben, dass z.B. ihre Mutter als unzufriedene Hausfrau manchmal wenig aufbauend, dafür aber sehr umklammernd war. Oder auch andersherum, MitarbeiterInnen, die bestimmte Probleme der Tatsache zuschreiben, dass ihre Mutter immer berufstätig war. Oder solche, die Opfer von sexuellem Missbrauch waren und nun mit einem Fall befasst sind, bei dem vage Verdächtigungen diesbezüglich erhoben werden. Oder solche mit einem Elternteil, der zuviel trank und unter dem sie sehr gelitten haben. Oder solche, die den Tod eines nahen Verwandten zu beklagen haben, der drogensüchtig war und jeden Halt verlor, als seine nächste Bezugsperson sich von ihm trennte. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.

Wenn die Amtsperson in ihrer eigenen Kindheit erlebte, dass sie in bestimmten Situationen hilflos war und nicht genügend wahr genommen wurde (und wer hat so etwas nicht erlebt?): Wird sie nunmehr das Kind dazu benützen, ihre eigenen Erfahrungen zu kompensieren? Die Tatsache, dass durchweg von Betroffenen beklagt wird, dass eine Sachverhaltsaufklärung nicht stattfindet, sondern die Amtsperson meist nur aufgrund subjektiver Meinungen und Einschätzungen handelt, spricht eindeutig dafür. Denn wer auf dem Hintergrund eigener Erfahrungen handelt, handelt in dem Glauben, bereits alles zu wissen und braucht deshalb nichts mehr von denen zu wissen, um die es wirklich geht. Alles, was die Eltern, Verwandte, Freunde, Ärzte dann sagen, sind in den Augen der Amtsperson nur Schutzbehauptungen, von denen sie sich nicht beeinflussen lässt, denn sie weiß es besser.

Was für JugendamtsmitarbeiterInnen gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Menschen, die über das Schicksal von Kindern entscheiden, z.B. auch für RichterInnen. Zitat aus einem Gerichtsbeschluss: „Für einen Außenstehenden erscheint daher die Versorgung der Kinder in Ordnung, wie sie auch von Verwandten, Bekannten und dem Pfarrer wahrgenommen wird.“  Alle Menschen, die seit vielen Jahren die Familie kennen und ihr nahe stehen, werden als „Außenstehende“ bezeichnet. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen über die Familie sind unerheblich. Keine Außenstehenden sind dagegen Jugendamt und Gericht, die die Familie zwar erst kurz kennen, aber alles besser wissen. Auf diese Weise wird die jahrelange Kenntnis und Erfahrung von vielen Personen mit der Familie einfach weg gewischt und durch die fremde Sichtweise ersetzt. „Außenstehende“ sind alle, die der Meinung der Richterin widersprechen. „Nicht Außenstehende“ sind alle, die diese Meinung unterstützen. Über die Motive einer solchen subjektiven Ausübung richterlicher Macht kann nur spekuliert werden.

Jedenfalls haben solche Vorgehensweisen jedoch nicht das Wohl des Kindes im Auge, mit dem solche Personen von Amts wegen zu tun haben. Allzu oft identifizieren sich auch Amtspersonen vorrangig mit sich selbst, ihren eigenen kindlichen Erfahrungen und ihrem Groll gegen die eigenen Eltern. Dieser fatale psychische Vorgang wird vielen Familien zum Verhängnis.

Wir kennen das übrigens alle in weniger entscheidenden Situationen: Kaum hat das Gegenüber einen Satz gesagt, läuft in uns z.B. ein innerer Film ab oder wir reagieren besonders betroffen und emotional, oft ohne genau zu wissen, warum. Und wir wollen unser Gegenüber partout davon überzeugen, bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen, ohne die reale Situation des Gegenübers näher zu kennen. Doch während es in solchen Situationen immer dem Gegenüber vorbehalten bleibt, was dann tatsächlich getan wird, können sich Amtspersonen über den Willen ihres Gegenübers einfach hinweg setzen. Sie müssen nicht überzeugen, sie reagieren auch nicht emotional, schon gar nicht äußerlich. Die eigenen Emotionen – die offiziell ja in der Arbeit nichts zu suchen haben und deshalb weder gezeigt noch thematisiert werden dürfen – sind tabu. Gleichwohl bestimmen sie weitgehend die Reaktions- und Handlungsweisen. Es ist auffällig, dass viele Betroffene sich darüber beklagen, dass JugendamtsmitarbeiterInnen geradezu allergisch auf emotionale Reaktionen der Eltern reagieren und diese umgehend gegen die Eltern verwenden. Letztlich geht es dabei um den Selbstschutz der Amtsperson, die sich von den Emotionen betroffener Eltern bedroht fühlt*. Deshalb erwarten die Amtspersonen, dass Eltern, denen gerade das Kind entrissen wurde, sich darüber mit den Urhebern dieses Gewaltaktes genauso sachlich unterhalten können, als handelte es sich um ein gestohlenes Auto. Ich bezweifle, dass die meisten von Ihnen zu einer solchen Sachlichkeit fähig wären, wenn Sie dem uneinsichtigen Dieb ihres Autos gegenüber stehen, der es partout nicht rausrücken will oder sogar vor ihren Augen demoliert. Um so weniger sind Eltern in der Lage, ihre Kinder emotionslos in den Händen von fremden Leuten zu lassen, die die Kinder nicht lieben, die deren Leid und Wünsche ignorieren und ihnen damit voraussichtlich bleibenden psychischen Schaden zufügen. Dabei hat jeder Autobesitzer umfangreiche rechtliche Mittel, den Dieb zur Rechenschaft zu ziehen und das Auto zurück zu erhalten. Eltern nicht. Autos ist es egal, in welcher Garage sie stehen, Kindern ist es nicht egal, wo sie leben und welche Menschen sie umgeben. Das Auto ist ersetzbar, ein Kind nicht. Warum also dieses absolute Unverständnis gegenüber den Emotionen und der Verzweiflung der Eltern und auch der Kinder? Warum diese absolute Kälte und Gefühllosigkeit gegenüber dem Leid von Kindern und Eltern?

Wir alle haben in unserer Kindheit Verletzungen erlebt, die wir mehr oder weniger konstruktiv verarbeiten konnten. Viele gehen mit einem mehr oder weniger bewussten Groll auf bestimmte Ereignisse in ihrer Kindheit und auf ihre Eltern durchs Leben. Andere, die auf eine – subjektiv empfundene – glückliche Kindheit zurückblicken, werden ihre eigenen Erfahrungen zum Maßstab für andere Familiensituationen machen. Solche persönlichen Erfahrungen werden in der Regel einen großen Einfluss auf die Einschätzungen und das Handeln der Amtsperson haben, sowohl im Hinblick auf Untätigkeit (Wegschaubehörde) als auch im Hinblick auf voreilige, vermeidbare und unbegründete Kindesentzüge (Kinderklaubehörde). Dieser Einfluss liegt als ein permanenter Schatten über der Arbeit der Amtsperson, der jedoch niemals zur Sprache kommt und überwiegend unbewusst sein Werk verrichtet. Es wird getan, was die Amtsperson aufgrund ihrer subjektiven Kriterien in diesem „Fall“ für richtig erachtet, ohne Rücksicht auf die subjektiven und objektiven Bedürfnisse des Kindes. Denn die Amtsperson liebt das betroffene Kind nicht, fühlt nicht mit ihm, hat keine Beziehung zu ihm, sondern denkt und handelt (ohne „verbotene“ Gefühle zuzulassen) nach ihrem eigenen inneren Muster.

Schauen wir auch mal auf die Bedürfnisse und Interessen
Menschen haben verschiedene Charaktereigenschaften, psychische Befindlichkeiten, Bedürfnisse und Wahrnehmungen. Es gibt Menschen, die Lust dabei empfinden, andere zu quälen. Es gibt Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen, die diese durch Machtausübung und Geltungssucht kompensieren. Es gibt unsichere und angstbesetzte Menschen, die einfache und sichere „Lösungen“ brauchen. Es gibt Menschen, die in ihrer geistigen und emotionalen Intelligenz minderbemittelt sind. Es gibt Menschen, die ihre Arbeit lieben und andere, die sie nur als Last empfinden. Und selbstverständlich gibt es auch all diese in den Jugendämtern.

Hinzu kommt, dass die Berufswünsche von Menschen sehr stark von diesen eigenen Bedürfnissen geprägt sind. Was sind die Motivationen, Sozialpädagogik (FH) zu studieren und im Jugendamt zu arbeiten? Wie sehr beeinflussen hier eigene traumatische Erfahrungen aus der Kindheit, die im Studium und im Beruf aufgearbeitet werden sollen? Wie groß wird dann der missionarische Eifer, andere Kinder auf der Grundlage der eigenen Vorstellungen zu „retten“. Und wie groß wird der Dünkel, aufgrund des Studiums generell alles besser zu wissen, als die Eltern, die mit dieser Amtsperson in Kontakt kommen?

Daneben spielt oft auch Selbstschutz eine große Rolle. Der/die JugendamtsmitarbeiterIn ist überfordert und will dies kaschieren, selbstverständlich auch, um die eigene Position und die mögliche Karriere nicht zu gefährden. Deshalb ignoriert er/sie z.B. Fakten und Realitäten, handelt nach einfachen Schemen und wehrt alles ab, was ihm/ihr zusätzlichen gedanklichen und Arbeitsaufwand bescheren könnte. Und er/sie weiß, dass der Kindesentzug – neben der Untätigkeit – die einfachste, arbeitssparendste und sicherste Methode ist, einen Fall zu „erledigen“. Dass Kindesentzug auch die schädlichste und teuerste Maßnahme ist, ist dabei unerheblich.

Dem missionarischen Typ geht es um die selbstdefinierte „Rettung“, für die er/sie sich mit voller Überzeugung auch gegen massiven Widerstand von Eltern und Kindern einsetzt (Gesetze hin oder her). Dem überforderten und unlustigen Typ geht es darum, den Arbeitsaufwand niedrig zu halten und den Fall vom Tisch zu kriegen. Dem karriere-orientierten Typ geht es darum, sich bei möglichst geringem Aufwand zu profilieren. Daneben spielt das Bedürfnis nach persönlicher Absicherung eine große Rolle. Schließlich kann man sich ja bei keiner Familie sicher sein, ob dem Kind dort nicht doch mal was zustößt. Die „potentielle Gefahr Eltern“ wird durch eine Heimunterbringung ein für alle mal ausgeschaltet. Eine Gefährdung durch Heim oder andere Fremdunterbringung existiert in dieser Sichtweise nicht. Und die Amtsperson muss sich niemals vorwerfen lassen, vielleicht etwas übersehen zu haben. Und sie muss sich auch keine Gedanken mehr über geeignete und effektive Hilfen machen. Solchen „Lösungen“ wird das Schicksal und die Zukunft des Kindes dann untergeordnet.

Ideologien
Die jeweils zuständigen MitarbeiterInnen des Jugendamtes haben in der Regel studiert – Sozialpädagogik (FH) oder ähnliche Fachrichtungen. Zumindest ist das anzunehmen. Vorgeschrieben ist ein solches Studium für diese Tätigkeit nicht (vgl. § 72 KJHG). Entscheidende Grundlage dafür, dass sich diese Personen als „Fachkräfte“ verstehen, ist jedoch nicht das Studium, sondern der Arbeitsvertrag. „Fachkräfte“ zu sein ist die ihnen vom Amt, der Politik und der Gesellschaft zugeschriebene Funktion. Betroffene haben kaum oder gar keine Möglichkeit, die fachliche und persönliche Kompetenz der JugendamtsmitarbeiterInnen wirksam überprüfen zu lassen. Diese Kompetenz wird den Amtspersonen praktisch qua Arbeitsvertrag mit der damit verbundenen Amtskompetenz zugeschrieben.
JugendamtsmitarbeiterInnen hängen – wie wir alle – mehr oder weniger fundierten Überzeugungen an. Es hängt von der Person ab, wie offen sie ist, diese Überzeugungen hinterfragen zu lassen und sie einer kritischen Prüfung zu unterziehen. In Behörden ist eine solche Bereitschaft nach allgemeiner Erfahrung deutlich unterentwickelt, auch deshalb, weil Selbstkritik der Karriere meist abträglich ist und Fehler sehr einfach durch Machtmittel vertuscht und aufrecht erhalten werden können. Dabei erfahren die MitarbeiterInnen meist umfangreiche Unterstützung aus dem Kollegenkreis

Eine Ideologie ist ein System von Ideen, Vorstellungen, Werturteilen und Begriffen. Wenn nun eine „Fachkraft“ glaubt, es generell besser zu wissen, als die Eltern eines Kindes, dann wird aus Fachlichkeit Ideologie. Wer sein Studium über die Kompetenz der Eltern stellt, die ihr Kind kennen, der denkt und handelt auf der Grundlage seines eigenen Denksystems. Wenn dieses dann mit inhaltsleeren pseudo-pädagogischen und pseudo-psychologischen Worthülsen begründet wird, dann wird nicht nur Wissenschaftlichkeit und Fachlichkeit vorgetäuscht. Er/sie erliegt auch einer blinden Wissenschaftsgläubigkeit und einem mechanistischen Denken. Er/sie konstruiert unreflektierte und starre Schubladen und glaubt zu wissen, wie das Kind an sich „funktioniert“ und deshalb auch jedes konkrete Kind, mit dem er/sie zu tun bekommt. Und die Eltern sind in diesem Gebäude nur Laien ohne die Kompetenz, ihr eigenes Kind einschätzen zu können.

Leider ist ein solcher Dünkel der Besserwisserei und Rechthaberei in Jugendämtern sehr verbreitet. Die Amtspersonen und auch MitarbeiterInnen der beauftragten Einrichtungen der Jugendhilfe verstehen sich oft als eine Art Vormund der Eltern oder „Elternerzieher“, ausgestattet mit staatlichen Machtbefugnissen. Dann geht es nicht mehr darum, die eigenen im Studium erworbenen Kompetenzen auf Augenhöhe mit den Kompetenzen der Eltern bezüglich ihres eigenen Kindes zu verbinden und gemeinsam eine Lösung zu finden. Es geht vielmehr darum, den eigenen Anspruch auf „Wahrheit“ – geprägt von den persönlichen Hintergründen der Amtsperson – gegen jeden Widerspruch der Eltern und auch des Kindes durchzusetzen.

In einer solchen Sichtweise geht auch jedes Gespür für die Bedeutung von Beziehung, Liebe und Wurzeln für die Entwicklung eines Kindes und zukünftigen Erwachsenen verloren. Erziehung wird zu einem technischen Vorgang und das Kind zu einem Werkstück. Sind Eltern nach Ansicht der „Fachkraft“ nicht in der Lage, diesen technischen Vorgang nach der von der „Fachkraft“ favorisierten Bedienungsanleitung durchzuführen, dann müssen die Eltern eben entlassen und auf bezahlte Dienstleister (Heime, „Profi-Familien“, andere Pflegefamilien) für die Weiterbearbeitung des Werkstücks zurück gegriffen werden.

Die persönlichen Geschichten, Bedürfnisse, Interessen und Ideologien erlangen erst Bedeutung in ihrer Verknüpfung mit unkontrollierter Macht. Es kann einer Familie egal sein, was eine andere Person von ihrer Erziehung hält, so lange sie nicht die Macht hat, der Familie nach eigenem Gutdünken Vorschriften zu machen oder gleich Eltern und Kind dauerhaft zu trennen. Nicht Konsens zum Wohl des Kindes, sondern der Konflikt ist vorprogrammiert, in dem Eltern und Kinder aufgrund der Machtverhältnisse verlieren müssen.

Deshalb greifen Forderungen nach mehr Supervision, die bisher in den Prioritätenlisten meist ganz unten rangiert, zu kurz. So lange die unkontrollierte Macht weiter besteht, wird auch Supervision am Missbrauch dieser Macht wenig ändern. Supervision wird dann eher zu einer zusätzlichen Rechtfertigung des Handelns der Amtsperson, die sich ihre Sicht der Dinge vom Supervisor bestätigen lässt. Denn Voraussetzung für eine effektive Supervision ist die Bereitschaft, sich selbst ganz persönlich, die eigenen Motive und Hintergründe hinterfragen zu lassen und offen für Kritik zu sein. Und genau das ist ein Tabu in diesem Behördensystem. Eine weitere Voraussetzung ist ein Anreiz, gute und kundenorientierte Arbeit zu leisten und auf einseitige Machtausübung zu verzichten. Ein solcher Anreiz ist aber nicht gegeben, wenn die „Nachfrage“ nach einer „Dienstleistung“ auch bei schlechter und ineffizienter Arbeit weitgehend beliebig durch Amtsmacht erzwungen werden kann.
Wer sich also z.B. ahnungslos um Hilfe ans Jugendamt wendet, hat dann sein Elternrecht bereits „verwirkt“. Das Jugendamt wird zur schrecklichen Falle.

Die meisten Menschen haben keine Ahnung von der unkontrollierten Machtfülle der JugendamtsmitarbeiterInnen. Oder sie glauben, dass JugendamtsmitarbeiterInnen diese Macht nur dazu gebrauchen, um Kindern zu helfen, deren grundlegende Menschenrechte missachtet werden (egal von wem – Eltern oder anderen Personen). Dies ist eine naive Vorstellung.

Erst durch die Frage der Macht wird das Handeln von Jugendämtern zum Skandal. Wer die menschliche Seite ignoriert, die Bediensteten eines Amtes quasi als unfehlbar erklärt, sie mit umfassenden staatlichen Machtbefugnissen ausstattet, sich in fundamentale, persönliche Belange anderer Menschen einzumischen und dabei auf eine demokratische Kontrolle ihres Tuns verzichtet, der macht sich mitschuldig an schwersten Menschenrechtsverletzungen, lebenslangen Schädigungen und Tod von Kindern und Eltern.

Wir haben JugendamtsmitarbeiterInnen zur Stellung gebeten und sie befragt:

Wie würden Sie sich fühlen, wenn man das mit Ihnen machen würde? In der Gesprächsnotiz des Mitarbeiters liest sich das dann so: Frau/Herr X. wurde sehr persönlich und brachte den Sohn von Herrn Y ins Spiel. Dieser Satz der Mutter wurde also offensichtlich als bedrohlich empfunden und die Formulierung des Mitarbeiters klingt fast so, als hätte die Mutter gedroht, seinem Kind etwas anzutun. Dabei hatte sie nur appelliert, sich doch bitte in ihre Lage zu versetzen. Jede Erwägung oder Identifizierung mit den Gefühlen der Eltern oder auch der Kinder muss abgewehrt werden, um das durchzusetzen, was die Amtsperson auf der Grundlage ihrer eigenen Biographie, Bedürfnisse, Überzeugungen etc. als richtig entschieden hat. Emotionen stören dabei und die eigenen Emotionen der Amtsperson müssen verschlossen bleiben. Aber die Abwehr der Emotionen der Eltern führt zu einem zunehmenden Konfrontationskurs der Amtsperson gegen die Eltern. Die Abwehr der Emotionen des Kindes führt zu grausamen und gefühllosen Maßnahmen. Und das Leugnen und Ignorieren eigener Emotionen der Amtsperson verstärkt deren unbewussten Einfluss in den Entscheidungen und im Handeln.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen:
Selbstverständlich müssen Kinder vor Verletzungen ihrer Menschenrechte geschützt werden, egal von wem diese ausgehen. Misshandlung, sexueller Missbrauch und gefährliche Verwahrlosung sind solche Menschenrechtsverletzungen. Einem Kind vermeidbar oder grundlos seine Familie zu nehmen, auch.
Die entscheidende Frage ist deshalb:  Warum versagt das Jugendamt des öfteren beim Schutz der Menschenrechte eines Kindes, während es GLEICHZEITIG die Menschenrechte anderer Kinder und deren Eltern durch vermeidbare und grundlose Eingriffe verletzt?
Klar ist, die Bürger müssen sich wehren und handeln…

Sanja Welsch

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8 Kommentare zu „JugendamtsmitarbeiterInnen – Menschliche Willkür oder Versagen von Amtspersonen mit schlimmen Folgen

    robertknoche sagte:
    September 10, 2014 um 4:31 pm

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Es ist kein menschliches Versagen der Jugendamtsmitarbeiter, sondern Profitgier. Jedes Kind, welches aud der Famiie herausgerissen wird, bringt den Mitarbeitern eine Provision. Das gilt auch für die Familienrichter.

      kritische Bürgerin sagte:
      Juni 17, 2016 um 11:59 am

      Liebe Leserinnen und Leser,
      bitte setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein und hinterfragen Sie solche Aussagen.
      Niemand bekommt eine Provision wenn ein Kind in Obhut genommen wird! Seien Sie doch bitte realistisch und schlagen Sie am besten mal die entsprechenden Gesetzestexte auf anstatt Ihren Lesern mit so einem Gerücht Angst zu machen.

    Sanja Welsch sagte:
    September 11, 2014 um 7:02 am

    Was können wir denn jetzt tun? Hinter all den Aspekten stecken immer noch Menschen, die die Tragödien verursachen und wie können wir das unterbinden? Diesen Fragen werden wir auf den Grund gehen. Zur kommerziellen Seite haben wir uns ebenfalls schriftlich geäussert lieber Robert Knoche.
    Natürlich gehört alles in das System der Kinderhandelindustrie, dennoch gibt es Paralellen und weitere Fakten zu beachten und diese sind nicht ganz unerheblich….
    Wünsche allen viel viel Kraft im Kampf um ihre Kinder und Familien.
    Bleibt standhaft und lasst euch nichts mehr gefallen. Vor allem ersucht keine Hilfe mehr bei Jugendämtern. Boykotiert sie und lernt zu unterscheiden….

    Sonnige Grüße
    Sanja Welsch

      Elen sagte:
      März 27, 2016 um 4:48 am

      Hallo Sanja Welsch , ich brauche dringend ihre Hilfe , es geht um mein Enkel bitte bitte bitte melden Sie sich bei mir wir brauchen sie.. !!!!!!!! els-15@gmx.de

    Pukki sagte:
    September 11, 2014 um 8:16 am

    Wir freuen uns auf weitere Beiträge. Weiter so und ein großes Dankeschön an alle die für die Eltern kämpfen und sich einsetzen.

    Pukki

    Maria Arendt sagte:
    September 11, 2014 um 10:49 am

    Danke an Sanja Welsch für diesen klaren Artikel!
    Die zwei Weltkriege sind die Urkatastrophe der Menschheit. Eine solche Anzahl an nicht therapierten posttraumatisch geschädigten Müttern und Vätern und ihrer Kinder hat es in der ganzen Geschichte nie gegeben.

    Anonymous sagte:
    Oktober 30, 2016 um 12:59 am

    Hallo Sonja Welch.Es geht um meine Enkel.Am 28.10.16 war der Gerichtstermin in St.Ingbert .Mann hat meinem Sonh verweigert sein Kind zu sehen.Gründe hierfür,Unterstellungen der Mutter.Tests und Unterlagen wurden ignoriert.Ich bin auf der Suche nach einer Hilfe für diese Angelegenheit.Eine Rechtsanwältin war beim Termin dabei.Konnte abernicht viel ausrichten.

    Ellen Prussak sagte:
    März 23, 2017 um 8:38 am

    Sehr guter Artikel. Das kann ich nur bestätigen durch eigene Erfahrungen mit dem JA. Leider gibt es viele naive Zeitgenossen, die das JA ausschließlich für eine nützliche Einrichtung halten, die den Eltern sowie Kindern in deren Sinne hilft, so dass sie als Familie zusammenleben können. Sicher gibt es das auch, aber extrem selten. Dazu kommt, dass nur ein relativ kleiner Teil der Bevölkerung potenziell oder tatsächlich vom JA betroffen ist, nämlich Eltern mit minderjährigen Kindern. So ist natürlich der Aufschrei in der Bevölkerung entsprechend gering. Deshalb ist Aufklärungsarbeit von immenser Bedeutung. So kann sich hoffentlich bald etwas ändern.

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