Warum bisher jedes Gesellschaftssystem versagt hat

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Schon seit Urzeiten haben Philosophen und religiöse Denker in den verschiedenen Kulturen nach moralischen Werten und Recht gesucht. Vergleichsweise wenig jedoch wurde gesagt über das Wesen, die Ursache und Entstehung des Bösen. Hauptsächlich in der Unterhaltungsliteratur wurde das Thema behandelt. Eine philosophische Betrachtung alleine reicht aber nicht aus.

Die “westliche Zivilisation” hatte einen ernsthaften Mangel, der den Schutz vor den Formen des Bösen verhindert. Diese Zivilisation entwickelte Rechtsnormen und politische Ideologien, die für einen unrealistisch-theoretischen und vereinfachten Menschen erdacht waren.

Über viele Jahrhunderte war das Verständnis über psychologische Anomalien nicht Teil der Diskussion, obwohl diese Anomalien wiederholt die Ursache von Katastrophen waren. In einer Zivilisation, deren psychologische Erkenntnis Mängel aufweist, finden geistig kranke Menschen, die von inneren Zweifeln angetrieben sind, leicht ein bereit-williges Echo im unzureichend entwickelten Bewusstsein anderer Menschen. Ihre Träume haben in einer psychologisch ignoranten Gesellschaft eine gute Chance, für sie selbst wahr und für alle anderen zu einem Albtraum zu werden.

Die Republik ist deshalb die “am wenigsten schlechte” Form des menschlichen Zu-sammenlebens, weil sie einer geistig gesünderen Minderheit den Freiraum einräumt, sich gegen die pathologischen (geistig kranken) Ideen und Handlungen einer Mehrheit zu wehren. Aber auch die Republik hat diesen Mangel an psychologischem Verständnis. Eine reine Ansammlung an juristischen oder wirtschaftlichen Regelungen ist nicht gut genug, um die Entstehung und Verbreitung des Bösen zu verhindern. Je stärker Menschen die Fähigkeit verlieren, die Realität so zu sehen wie sie ist, und an sich selbst kontruktiv zu arbeiten, umso mehr sind die Regeln nur wertloses Papier.

Die Kommunisten und Faschisten lenkten permanent von dem eigentlichen Wesen des Bösen ab und präsentierten Ersatz-Sündenböcke zum Draufschlagen: Bei den einen waren es der “ewige Jude” und andere “Untermenschen”, bei den anderen das “Privateigentum von Produktionsmitteln” und die Familie. Die sogenannten Anarchokapitalisten oder Voluntaristen sind eine verblüffende Spielart moderner Theoretiker.

Sie propagieren publikumswirksam die Abschaffung jeglichen Zwanges und jeglicher Staatlichkeit um das Böse ein für alle mal zu bezwingen. Statt einen einheitlichen Rechtsrahmen und Staatsgrenzen zu haben, soll wirklich alles, auch die Verbrechens-bekämpfung, von profitorientierten Unternehmen geleitet werden. Eine schön klingende Theorie, doch der tödliche Fehler einer solchen Privatrechtsordnung ist das funda-mentale Unverständnis über das Wesen des Bösen. In dem anarchokapitalistischen Buch “Die Katastrophe der Befreiung – Faschismus und Demokratie” heißt es:

“Die Probleme sind weder darauf zurückzuführen, dass die Entscheidungsträger etwa ‘böse’ Absichten verfolgen, noch darauf, dass ‘zu wenig Wissen’ vorhanden ist. Dem-entsprechend lassen sich Probleme auch weder dadurch lösen, dass man Entscheidungs-träger austauscht, etwa durch Wahlen, oder beeinflusst, etwa mit Protestaktionen, noch per größerem Forschungsaufwand.”

Selbstverständlich haben viele politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger sehr böse Absichten und die Bevölkerung viel zu wenig Wissen über das Böse. Eine reine Privatwirtschaft würde die Kosten der Verbrechensbekämpfung in unerreichbare Höhen schießen lassen. Kein einziger Anarchokapitalist hat je ein konkretes Finanzierungs-modell gezeigt, mit denen Versicherungen auch nur annähernd kostendeckend Risiken wie Aufstände oder Krieg versichern könnten. Es ist daher kein simpler Fehler, wenn eine ultraliberale Zeitung beispielsweise Motorrad-Gangs glorifiziert und gegen “den Staat” verteidigt, sondern ein Zeichen für eine viel tiefgreifenderes Unverständnis.

Paradoxerweise sind häufig liberale Phasen voller Wohlstand in einer Zivilisation der Anfang vom Ende:

Seit Anbeginn menschlicher Gesellschaften und Zivilisationen auf unserem Planeten sehnten sich die Menschen nach Glück, nach guten Zeiten voll von Ruhe und Gerechtig-keit. Der Mensch sehnt sich nach Frieden und möchte die angesammelten Güter früherer Generationen genießen und stolz das Aufwachsen seiner Kinder beobachten. Er möchte herumwandern, fremde Länder und Menschen kennenlernen.

In guten Zeiten verlieren die Menschen immer mehr das Bedürfnis nach tiefer Besinnung, Einsicht, der Kenntnis von anderen Menschen und nach einem Verständnis der komplexen Gesetze des Lebens. Jede überflüssige mentale Bemühung kommt einem sinnlos vor, wenn man sich der Lebensfreude offenbar einfach so bedienen kann.

Ein weitsichtigerer Mensch, der düstere Vorhersagen trifft, gilt als miesmacherischer Spielverderber. Bedachte Zweifler werden als Idioten verschrien, die an nichts ein gutes Haar lassen können. Dies führt zu einer Ausdünnung des psychologischen Wissens – die Fähigkeit, die menschlichen Eigenschaften und die menschliche Natur verstehen zu können. Und so ersetzt leider der Kult der Macht diese mentalen Werte, die für die friedvolle Aufrechterhaltung der Ordnung so essenziell sind.

Die Bereicherung oder Verarmung der psychologischen Weltsicht eines Landes können als Indikatoren dafür angesehen werden, ob seine Zukunft gut oder schlecht sein wird. Die unbewusste Eliminierung von Daten, die unzweckmäßig erscheinen, wird langsam zur Gewohnheit. Das Problem dabei ist, dass jeder Gedanke der auf solchen beschränkten Informationen beruht, unmöglich zu korrekten Schlussfolgerungen führen kann.

Liberalismus ohne tiefergreifende Psychologie ist schlicht nicht überlebensfähig und degeneriert zwangsläufig, spätestens wenn die Kinder der älteren Generation von Machern an der Reihe sind, die Welt zu prägen. Wo die Eltern noch materiellen Mangel kannten, leiden die Kinder eher an psychologischem Mangel und laufen den falschen Propheten hinterher.

Wir wissen bereits, dass jede Gesellschaft einen bestimmten Prozentsatz von Menschen enthält, die psychologische Abweichungen in sich tragen, die von verschiedenen vererbten oder erworbenen Faktoren verursacht sind und die anormale Wahrnehmungen, Gedankengänge und Charaktere erzeugen. Diese Menschen versuchen häufig, ihrem abweichenden Leben mittels sozialer Hyperaktivität eine Bedeutung zu geben. Sie schaffen ihre eigene Mythen und Ideologien, bestehend aus einer Überkompensierung ihrer Defizite, und besitzen die Tendenz, anderen Menschen egoistisch zu verstehen zu geben, dass ihre eigenen abweichenden Wahrnehmungen  und daraus resultierenden Ziele und Ideen überlegen sind.

Dann ist der Weg frei für pathologische Anstifter, Bauernfänger und für sogar noch primitivere Betrüger, deren Handlungen den Prozess der Entstehung des Bösen unterstützen.

Leid, Anstrengungen und mentale Aktivitäten führen in Zeiten drohender Bitterkeit zu einer schrittweisen, im allgemeinen verstärkten Regenerarion verlorener Werte, was eine menschliche Entwicklung zur Folge hat. Langsam und mühselig entdecken die Menschen die Vorteile der mentalen Anstrengung; eine verbesserte Einsicht in die psychologische Situation, eine bessere Unterscheidungsfähigkeit der menschlichen Charaktere und Persönlichkeiten und schließlich die Kenntnis ihrer Gegner.

Kommentierte Auszüge aus Politische Ponerologie – die Wissenschaft über das Böse, eines der bedeutendsten Bücher die je geschrieben wurden, heimlich und unter Lebensgefahr im sowjetisch kontrollierten Polen.

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